Lange Zeit waren die Bettwanzen kein Thema, die Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufwuchs, kannte die lästigen Plagegeister lediglich aus alten Kinderliedern oder im Zusammenhang mit dem Abhören anderer Personen. In Deutschland galt die Bettwanze schon als ausgestorben, doch derzeit ist wieder ein vermehrtes Auftreten der kleinen Getiere zu beobachten. Experten betonen dabei, dass das vermehrte Auftreten von Bettwanzen in deutschen Schlafzimmern nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat. Zwar werden auch die Messies mit dafür verantwortlich sein, in deren vermüllten Wohnungen sich die Blutsauger besonders wohl fühlen. Doch zum größten Teil werden Bettwanzen heute aus dem Urlaub mitgebracht. In den fernen Urlaubszielen sind Wanzen deutlich stärker verbreitet, als hierzulande.
In Deutschland sind derzeit 80 verschiedene Wanzenarten bekannt, dennoch werden lediglich die Bettwanzen für den Menschen gefährlich. Die Fachbezeichnung für die Bettwanzen ist Cimex lectularius. Die Bettwanzen erreichen im ausgewachsenen Zustand eine Größe zwischen fünf und acht Millimetern und weisen einen flachen Körper auf, der mit einer hell- bis dunkelbraunen Verfärbung gekennzeichnet ist. Die Bettwanzen benötigen lediglich eine einzige Blutmahlzeit, danach können sie bis zu sechs Monate hungern.
Die Bettwanzen selbst verfügen über keinerlei Sehvermögen, ihre Opfer finden sie lediglich aufgrund deren Körperwärme. Die kleinen Plagegeister sind dabei nachtaktiv und sehr beweglich, gut einen Meter pro Minute können sie zurück legen. Sie verstecken sich tagsüber in Ritzen, Verschalungen, Lüftungsschächten, Öffnungen in den Tapeten, aber auch in Büchern, zwischen den einzelnen Seiten. Ebenfalls können sie sich von der Decke des Zimmers auf ihre Opfer herab fallen lassen. Die Lebensdauer der Bettwanzen beträgt etwa ein Jahr, während dieser Zeit sorgen sie jedoch für reichlich Nachwuchs. So werden von den Weibchen bis zu 500 Eier gelegt, die bei guten Bedingungen bereits nach wenigen Tagen schlüpfen und schon bald für eigenen Nachwuchs sorgen können. Damit kann bei warmen Temperaturen schnell eine Plage auftreten. Bettwanzen können zwar in ihrer Aktivität durch Kühle und Frost beeinträchtigt werden, doch abgetötet werden sie dadurch nicht.
Ebenfalls werden die von Bettwanzen betroffenen Personen die kleinen Tierchen aufgrund der guten Verstecke kaum zu Gesicht bekommen. Dass man unter Bettwanzen leidet, wird am ehesten durch die Stiche, sowie einen typischen Geruch im Schlafzimmer festgestellt. Wer sich unsicher ist, sollte einen Experten zu Rate ziehen, der den Geruch sicher bestimmen kann.
Die Bettwanzen stechen dabei nicht nur einmal, sondern bilden oft eine so genannte Wanzenstraße. Dies ist nötig, weil sie nicht immer sofort ein geeignetes Blutgefäß finden. Die Stiche treten beim Menschen zumeist an den Armen und Beinen auf und werden charakterisiert durch Juckreiz und Rötungen. Die Stiche selbst sind etwa so groß, wie der kleine Fingernagel. Bei besonders empfindlichen Menschen können auch Quaddeln auftreten oder ein anaphylaktischer Schock. Durch das Kratzen der Stiche können diese sich bakteriell entzünden. Der unverzügliche Gang zum Arzt ist deshalb unabdingbar, so dass zumindest die Symptome behandelt werden können.
Um die Bettwanzen jedoch endgültig los zu werden, muss ein Kammerjäger eingeschaltet werden. Er kennt die Insektizide, die gegen das Getier helfen und weiß, dass ausgewachsene Bettwanzen auf andere Mittel reagieren, als die Eier der Plage, weshalb unterschiedliche Mittel zum Einsatz kommen müssen. Letztlich kann man aber auch selbst dem erneuten Befall vorbeugen, so können Schlitze und Öffnungen verschlossen werden. Ist dies nicht möglich, sollte man auf jeden Fall diese Stellen mit einem entsprechenden Mittel regelmäßig einsprühen. Taubennester sollten entfernt werden, denn an diesen können sich ebenfalls Bettwanzen befinden, die die restliche Behandlung durch den Kammerjäger zunichte machen können. Idealerweise befragt man den Fachmann, was neben den Insektiziden noch notwendig ist, um sich dauerhaft vor Bettwanzen zu schützen. Dadurch erhält man den bestmöglichen Schutz gegen einen weiteren Befall, insbesondere, wenn die Schädlingsbekämpfer alle Maßnahmen gegen die Bettwanzen mit den entsprechenden Mitteln durchführen, ist man sehr sicher.
